Quiche ist wieder so ein Essen, dass wundervoll variabel ist und mit dem ganz leicht das verarbeitet werden kann, was halt grad so da ist. Doch trotzdem ist sie etwas raffiniertes und macht optisch ordentlich was her.

 

Ob eine Quiche gelingt hängt von drei Faktoren ab: Der Teig, der Eierguss und natürlich die Füllung. Viele Varianten haben wundervolle, kreative und aromatische Komponenten, die man kaum noch genießen kann, sobald der Boden mit ins Spiel kommt. Ein mehlig, pappiger Mürbeteigboden der krümelig im Mund zerfällt und gefühlt immer mehr wird. Oder ein nicht vorgebackener dünn ausgerollter Blätterteig, der sein trauriges Dasein unter der Füllung fristet.

Genau das wollen wir nicht!

Der Teig sollte knusprig und leicht blättrig sein, für sich allein schon ein kleines Highlight, aber darf dennoch dem Rest nicht die Schau stehlen.

 

In diesem Fall ist es ein Mürbeteig, in dem nicht die gesamte Butter unter das Mehl geknetet wurde. Diese kleinen Butterstücke sorgen für eine blättrig-knusprige Struktur, wie bei einem Blätterteig. Außerdem sollte der Boden auf jeden Fall vorgebacken werden, so kann sichergestellt werden, dass wenn der Eierguss gestockt und die Füllung gar ist, der Boden nicht nur durchgebacken, sondern auch knusprig ist. Bei diesem Rezept ist die Teigmenge relativ großzügig angegeben, so ist es leichter den Teig auf die entsprechende Größe auszurollen. Der restliche Teig kann hübsch ausgestochen als Dekoration auf die Füllung gelegt werden oder als kleine Galette zu einem schnellen Dessert verarbeitet werden.

Der Eierguss besteht in der Hauptsache offensichtlich aus Eiern, doch diese werden beim Backen schnell trocken. Deswegen enthält der Eierguss ebenfalls Milch, Sahne, Schmand oder Crème Fraîche. Wer die Füllung besonders cremig mag sollte bei den letzteren drei Varianten bleiben, soll die Quiche, möglichst leicht sein empfiehlt sich eher die Sahne. Bei der letzteren Variante kann die Füllung allerdings trocken werden.

 

Bei der Füllung kann wie gesagt nach Lust und Laune ausgetauscht und experimentiert werden, allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Zutaten schnell durchgaren, zum Beispiel wenn sie auch roh verzehrt werden können, oder sie werden vorher gegart. Eine Zucchini gar verhältnismäßig schnell durch und selbst wenn sie nicht vollständig durchgegart ist kann sie trotzdem gegessen werden. Anders verhält es sich zum Beispiel bei einer Aubergine, diese kann nicht roh gegessen werden und braucht länger um gar zu sein, zumal eine Aubergine lieber zu weich als noch etwas roh ist.

 

Zudem sollte darauf geachtet werden wie viel Wasser die Zutaten beim Backen verlieren, gerade wenn der Guss mit Milch gemacht wurde könnte es passieren dass der Eierguss nicht fest genug wird. Spinat zum Beispiel sollte vorher zumindest blanchiert und ausgedrückt werden, dann nicht zu viel Wasser in der Quiche austreten kann.

 

Der Teufel liegt hier ein bisschen im Detail, aber wenn man einmal den Dreh raus hat, dann gelingt die Quiche in kürzester Zeit und macht immer was her!

Quiche mit Spinat und Ziegenkäse
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Für eine 35 cm oder 2 x 20 cm Tarteform
Quiche mit Spinat und Ziegenkäse
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Zutaten
Boden
Füllung
Eiermasse
Portionen:
Einheiten:
Anleitungen
  1. Mehl mit der Butter, dem Ei und dem Salz zu einem Teig verarbeiten, die geht am besten mit einem Pastry Cutter oder einem FoodProcesser. Mit den Händen muss zügig gearbeitet werden, damit die Butter nicht weich und der Teig zu einer homogenen Masse wird. Falls das Ei nicht ausreicht, um dem Teig genug Bindung zu geben können wenige Esslöffel Wasser zugegeben werden. Dies kann der Falls sein, wenn ein Vollkornmehl verwendet wird. Teig zu einer Kugel formen und mindestens eine Stunde in dem Kühlschrank legen.
  2. Bacon ohne zusätzliches Fett kross braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Zwiebeln würfeln und in etwas Fett vom Bacon anschwitzen. Den Knoblauch dazu reiben und kurz mit anschwitzen. Spinat waschen und putzen und zu den Zwiebeln geben. Spinat zusammenfallen lassen. Das Gemüse in ein Sieb geben und den Spinat ordentlich ausdrücken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  3. Den Rand vom Ziegenkäse entfernen und den Käse zerkrümeln. Tomaten waschen und halbieren. Den krossen Bacon in Streifen schneiden.
  4. Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Tarteform einfetten. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und leicht kneten, bis er formbar wird. Mit etwas Mehl dünn ausrollen. Die Form damit auskleiden, dabei den Rand vom Teig etwa 1 cm überstehen lassen, beim Backen zieht sich dieser zusammen. Ein Backpapier auf den Teig legen, mit einer Gabel einstechen, mit Blindbackkugeln, Reis oder Hülsenfrüchten beschweren und ca. 15-20 Minuten backen.
  5. Form aus dem Ofen holen und diesen auf Umluft stellen und die Hitze auf 160°C reduzieren. Backpapier mit den Blindbackkugeln entfernen. Teig mit dem Spinat, Bacon und Ziegenkäse belegen. Die Eier aufschlagen und mit dem Schmand und dem Salz pürieren. Den Eierguss in die Quiche gießen. Zum Schluss die halbierten Tomaten darauf verteilen. 45-60 Minuten im Ofen backen, zum Überprüfen mit einem Messer in der Mitter der Quiche testen, ob die Masse gestockt ist.
  6. 15-20 Minuten auskühlen lassen, dann servieren.
  7. Guten Appetit!